Stadtportrait

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2 8 Stadtportrait ■ Geschichte der Stadt Kleve Dort, wo der Rhein Deutschland verlässt, um sich in den Niederlanden in zwei Flüsse zu teilen, liegt die Stadt Kleve. Schon von weit her weist die Schwanenburg, das Wahrzeichen der einstigen Herzog- und Kurstadt, den Weg nach Kleve. Stolz erhebt sich die Stadt über dem Land zwischen Rhein und Reichswald auf einer steilen Anhöhe. In der niederrheinischen Polderlandschaft sind die weiten Niederungen des Rheins, der hier häufig sein Flussbett gewechselt hat, zu beiden Seiten von sanft geschwungenen bewaldeten Hügeln begrenzt. Diese Hügel sind Überbleibsel aus der Eiszeit. Auf dem Höhenzug, der linksrheinisch von Xanten bis Nimwegen den Fluss begleitet, liegt auf einer steilen Anhöhe die Schwanenburg. Diese „Klippe“, der Steilhang des Burgberges, gab zunächst der Burg und schließlich auch der Stadt den Namen Kleve (Kleve = Kliff). Aus vier wird eins Die mittelalterliche Stadt Kleve wächst aus vier Teilen zusammen: der Burg, der Siedlung, die sich unter dem Schutz der Burg entwickelt, der Stadt Kleve, die Graf Dietrich VI. auf dem Heideberg, gegenüber der Burg, gründet und der Neustadt des 14. Jahrhunderts, dem späteren Hagschen Viertel. Am 25. April 1242 verleiht der Graf Kleve die Stadtrechte. Die Burg- und Stadtherren – die Grafen und späteren Herzöge von Kleve – sorgen mit Tatkraft und kluger Politik für die Entwicklung der Stadt und genießen selber ein hohes Ansehen; unter anderem Dank einer Heiratspolitik die letztendlich die Länder Kleve, Mark, Jülich, Berg und Ravensberg vereinigt. Durch die Vermählung der Herzogschwester Anna von Kleve mit Heinrich VIII. entsteht 1540 sogar eine Verbindung zum englischen Königshaus. Aber schon 1609 stirbt die klevische Dynastie mit dem Tode von Johann Wilhelm aus. Der Kurfürst von Brandenburg übernimmt 1614 Kleve und Mark, und somit auch die Stadt Kleve. 1647 wird Fürst Johann Moritz von Nassau- Siegen zum Statthalter von Kleve ernannt. Für die Stadt beginnt eine künstlerische Blütezeit, deren Spuren noch heute das Stadtbild prägen. So lässt der kunstbegeisterte Fürst die Schwanenburg von Baumeister Pieter Post im Stile des niederländischen Barocks umbauen. Für den Statthalter des Kurfürsten selbst entsteht eine eigene Residenz, der Prinzenhof. Ein Straßenname erinnert noch heute daran. Burg und Stadt umgibt der Fürst mit Gartenanlagen, in denen die natürlichen Gegebenheiten der hügeligen Landschaft mit schnurgeraden Alleen, verspielten Wasserspielen und Gärten zu einem harmonischen Ganzen werden. Diese Anlagen machen ihn zu einem der größten Landschaftsgestalter des 17. Jahrhunderts und wurden von Berlin bis Versailles vielfach kopiert. Von der Kultur- zur Kurstadt Ab 1742 erlebt Kleve eine Blüte ganz anderer Art: Mit der Entdeckung der Mineralquelle am Springenberg wird die Herzogstadt zum Kurort. Ein reiches Badeleben beginnt. Stattlicher Zeitzeuge der alten Badetradition ist heute das Kurhaus, das nach dem damaligen preußischen König und Förderer den Namen Friedrich-Wilhelm-Bad trägt. Der Erste Weltkrieg setzt dem Klever Kurbetrieb ein Ende. Im Zweiten Weltkrieg wird die Stadt bei zwei schweren Luftangriffen stark zerstört. Die Burg zerfällt in Trümmer. Dass Kleve sich heute als schmucke Kulturhochburg und lebendige Kreisstadt im Grünen präsentieren kann, ist nicht zuletzt auch dem Fleiß und dem Lebenswillen der Bürger zu verdanken. Mit rund 50.000 Einwohnern ist Kleve nicht nur Sitz vieler Behörden und Gerichte, sondern auch kultureller und gesellschaftlicher Mittelpunkt des unteren Niederrheins. Eine gesunde Mischung aus leistungsfähigem Einzelhandel, gepflegten Hotels, Gaststätten und Cafés sowie industriellen Ansiedlungen machen Kleve als grenznahes Verwaltungs-, Geschäfts- und Handelszentrum bei Bewohnern und Besuchern gleichermaßen beliebt.


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